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Hydro & AbwärmeHerausgeber: Cipheron

Wann sich Abwärme rechnet – Heizkostenersparnis gegen Mining-Ertrag

Mit einer einzigen Zahl lässt sich ein Miner mit Gaskessel, Heizstab und Wärmepumpe vergleichen – dem Nettopreis je Kilowattstunde Wärme. So rechnest du ihn aus und so liest du das Ergebnis.

Ein Miner als Heizung hat zwei Einnahmen: den Mining-Ertrag und die Heizkosten, die du nicht mehr zahlst. Beide lassen sich in einer Zahl zusammenfassen.

Der Nettowärmepreis

Nettowärmepreis = Strompreis − Mining-Ertrag je kWh

Jede Kilowattstunde Strom, die der Miner zieht, wird zu einer Kilowattstunde Wärme und bringt gleichzeitig einen Mining-Ertrag. Was nach Abzug übrig bleibt, ist der Preis, den du für diese Kilowattstunde Wärme tatsächlich zahlst.

Den Mining-Ertrag je kWh berechnest du aus Hashprice und Effizienz des Geräts:

Mining-Ertrag je kWh = Hashprice ÷ (24 × Effizienz in J/TH)

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Bei einem Hashprice von 50 $ und 17,5 J/TH bringt jede Kilowattstunde 0,119 $. Kostet dein Strom 0,15 $, liegt der Nettowärmepreis bei 0,031 $ je kWh Wärme.

Der Vergleich

Stell den Nettowärmepreis neben das, was dich Wärme heute kostet:

  • Heizstab oder Elektroheizung: Wärmepreis = Strompreis. Der Miner ist immer günstiger, solange er überhaupt etwas verdient.
  • Gas oder Öl: Wärmepreis = Brennstoffpreis je kWh ÷ Wirkungsgrad des Kessels.
  • Wärmepumpe: Wärmepreis = Strompreis ÷ Jahresarbeitszahl, typisch ein Viertel bis ein Drittel des Strompreises.

Liegt der Nettowärmepreis des Miners darunter, spart er Geld. Liegt er darüber, ist der andere Erzeuger billiger.

Drei typische Ergebnisse

Haushaltsstrom ohne eigene Erzeugung. Die Wärmepumpe gewinnt in den meisten Fällen. Der Mining-Ertrag müsste mindestens zwei Drittel des Strompreises decken, um gleichzuziehen.

Eigener Solarstrom, der sonst eingespeist würde. Der Strompreis in der Rechnung ist dann die entgangene Einspeisevergütung. Der Nettowärmepreis fällt oft unter null: Du wirst für das Heizen bezahlt.

Industrietarif oder Direktvermarktung. Bei niedrigen Strompreisen liegt der Miner unter Gas und in der Nähe der Wärmepumpe, bei deutlich geringeren Anschaffungskosten je Kilowatt Heizleistung.

Was die Rechnung noch braucht

  • Nutzungsstunden. Die Ersparnis entsteht nur in Stunden, in denen du die Wärme wirklich abnimmst. Im Rest der Zeit ist der Miner ein normaler Miner und muss sich über den Strompreis allein tragen.
  • Anschaffung. Miner, Wärmetauscher, Speicher und Einbau gegen die Kosten des Erzeugers, den du sonst gekauft hättest.
  • Schwankender Ertrag. Der Hashprice ändert sich täglich. Rechne zusätzlich mit einem deutlich niedrigeren Wert.

Die Entscheidung

Der Miner als Heizung lohnt sich, wenn drei Dinge zusammenkommen: günstiger Strom, ein Wärmebedarf über viele Stunden im Jahr und ein Nettowärmepreis, der auch bei gefallenem Hashprice unter deiner Alternative bleibt. Fehlt eines davon, ist die Wärmepumpe die bessere Heizung.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Die Rechenbeispiele sind keine Ertragszusage und keine Anlageberatung.

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