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Hydro & AbwärmeHerausgeber: Cipheron

Kühlmittel für Hydro-Miner – Herstellervorgaben und was in der Praxis funktioniert

Leitungswasser gehört nicht in einen Hydro-Miner. Was Bitmain und MicroBT vorschreiben, was Kühlerfrostschutz von der Tankstelle taugt und wie du mischst, befüllst und prüfst.

Das Kühlmittel hat drei Aufgaben: Wärme transportieren, das Aluminium der Kühlplatten schützen und im Winter nicht gefrieren. Leitungswasser erfüllt nur die erste.

Warum kein Leitungswasser

Es enthält Kalk, Chlorid und gelösten Sauerstoff. Kalk setzt die engen Kanäle der Kühlplatten zu, Chlorid greift Aluminium an, und ohne Inhibitor gibt es keinen Schutz dagegen.

Was Bitmain vorschreibt

Zugelassen sind Frostschutzmittel, reines Wasser oder deionisiertes Wasser; Leitungswasser schließt Bitmain aus. Für den pH-Wert nennt Bitmain je nach Kühlmittel einen eigenen Bereich:

  • Frostschutzmittel: 7,0 bis 9,0
  • Reines Wasser: 6,5 bis 7,5
  • Deionisiertes Wasser: 8,5 bis 9,5

Ab einer Leitfähigkeit von 100 µS/cm verlangt Bitmain den Wechsel, bei der Erstbefüllung sollen es unter 20 µS/cm sein. Das Handbuch des S21 XP Hyd nennt die 20 µS/cm aber als Richtwert und weist darauf hin, dass Inhibitoren die Leitfähigkeit deutlich erhöhen.

Was MicroBT vorschreibt

Für die Whatsminer-Hydro-Geräte besteht das Kühlmittel aus drei Teilen: reinem oder destilliertem Wasser, einem Korrosionsinhibitor und Frostschutz. Als Frostschutz sind Ethylenglykol oder Propylenglykol mit 20 bis 50 % vorgesehen, gewählt nach dem Gefrierpunkt, den du brauchst. Für den pH-Wert nennt MicroBT 7,0 bis 8,7. Ein Gerät der M63-Serie fasst selbst etwa einen Liter.

Was in der Praxis funktioniert

Beide Vorgaben beschreiben dasselbe: sehr reines Wasser, Glykol, Inhibitor. Genau das ist handelsüblicher Kühlerfrostschutz für Motoren mit Aluminiumteilen. Du bekommst ihn an jeder Tankstelle und im Autozubehör.

Darauf musst du achten:

  1. Konzentrat kaufen und selbst mit destilliertem oder deionisiertem Wasser mischen. Fertigmischungen gehen auch, sind aber teurer.
  2. Für Aluminium freigegeben. Moderne Kühlerfrostschutzmittel sind es; auf dem Kanister steht es.
  3. Nicht mischen. Verschiedene Inhibitortypen können miteinander ausflocken. Bleib bei einem Produkt und notiere es an der Anlage.
  4. Destilliertes Wasser allein reicht nicht. Ohne Inhibitor ist es aggressiv gegenüber Aluminium.

Ob der Hersteller ein solches Mittel im Garantiefall akzeptiert, entscheidet er. Läuft das Gerät in der Garantiezeit, halte dich an die Liste aus dem Handbuch deines Modells oder frag nach.

Ethylenglykol oder Propylenglykol

  • Ethylenglykol transportiert Wärme etwas besser und ist dünnflüssiger. Es ist gesundheitsschädlich und darf nicht mit Trinkwasser in Berührung kommen.
  • Propylenglykol gilt als nicht gesundheitsschädlich und ist deshalb die richtige Wahl, wenn der Wärmetauscher an Trinkwasser oder ein Schwimmbecken grenzt.

Die Konzentration

So wenig Glykol wie möglich, so viel wie für den Frostschutz nötig. Glykol transportiert Wärme schlechter als Wasser und macht das Kühlmittel zäher, die Pumpe muss mehr leisten. Steht die Anlage frostfrei, genügen 20 %. Liegen Leitungen oder Rückkühler im Freien, richtet sich die Konzentration nach der tiefsten Temperatur am Standort. 20 % ist zugleich die niedrigste Stufe, die MicroBT vorsieht. Für Ethylenglykol nennt MicroBT einen Gefrierpunkt von −10 °C bei 20 %, −15 °C bei 30 % und −24 °C bei 40 %.

Befüllen

  1. Kreislauf mit destilliertem Wasser spülen, bis es klar abläuft.
  2. Kühlmittel außerhalb der Anlage fertig mischen.
  3. Langsam von unten befüllen und an allen Hochpunkten entlüften.
  4. Pumpe ohne Miner laufen lassen und nachentlüften.
  5. Druck und Durchfluss prüfen, erst dann den Miner starten.

Prüfen und wechseln

  • Alle paar Monate: pH-Wert und Aussehen. Klar und im Sollbereich ist in Ordnung.
  • Gefrierpunkt vor jedem Winter mit einem Refraktometer.
  • Wechsel, sobald der pH-Wert den Bereich verlässt oder das Kühlmittel trüb wird. Nachfüllen von Wasser ersetzt keinen verbrauchten Inhibitor.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Maßgeblich ist das Handbuch deines Modells; im Garantiefall zählt die Vorgabe des Herstellers.

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