Hydro & AbwärmeHerausgeber: Cipheron
Hydro-Miner am Heizkreis – Aufbau, Temperaturen, Wärmetauscher
Zwei getrennte Kreisläufe, ein Plattenwärmetauscher, ein Pufferspeicher – so kommt die Wärme eines Hydro-Miners in die Heizung. Mit den Temperaturen der Hersteller und der Frage, wohin die Wärme im Sommer geht.
Ein Hydro-Miner wird nicht direkt an die Heizung angeschlossen. Zwischen beiden sitzt ein Wärmetauscher, und der Aufbau besteht aus zwei getrennten Kreisläufen.
Der Aufbau
- Minerkreis. Ein geschlossener Kreislauf mit Kühlmittel: Miner, Pumpe, Ausdehnungsgefäß, Filter, Primärseite des Wärmetauschers.
- Plattenwärmetauscher. Er überträgt die Wärme, ohne dass sich die Flüssigkeiten mischen.
- Hauskreis. Sekundärseite des Wärmetauschers, Pufferspeicher, von dort Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser.
Warum zwei Kreisläufe
- Das Heizungswasser im Haus enthält Schmutz, Sauerstoff und Metalle aus alten Leitungen. Nichts davon darf durch die Kühlplatten des Miners fließen.
- Der Miner verlangt ein bestimmtes Kühlmittel in engen Grenzen. Im kleinen Minerkreis lässt es sich einhalten, in einer ganzen Hausanlage nicht.
- Ein Leck oder ein Eingriff auf einer Seite betrifft die andere nicht.
Temperaturen
Die Hersteller geben unterschiedliche Größen an:
- Bitmain nennt die zulässige Zulauftemperatur: 20 bis 40 °C beim S19 XP Hyd, 20 bis 50 °C beim S21 XP Hyd. Am Auslass liegt das Wasser einige Grad darüber. Unter 20 °C Zulauf startet das Gerät nicht.
- MicroBT nennt die Auslasstemperatur: bis 70 °C beim Whatsminer M63S+, bis 80 °C beim M64. Geregelt wird auch dort der Zulauf: 25 bis 55 °C beim M63S+, 35 bis 70 °C beim M64.
Daraus folgt die Zuordnung: Für Fußbodenheizung und Niedertemperatur-Heizkörper genügen die Temperaturen aller Geräte. Für Warmwasser und alte Heizkörper mit hohem Vorlauf brauchst du ein Modell, das hohe Auslasstemperaturen erlaubt, oder eine Nachheizung.
Durchfluss
Für den S21 XP Hyd verlangt Bitmain 8 bis 10 Liter je Minute bei höchstens 3,5 bar. Die Pumpe im Minerkreis wird auf diesen Wert ausgelegt, nicht auf den Bedarf der Heizung. Bau einen Durchflusswächter ein, der den Miner abschaltet, wenn die Pumpe ausfällt.
Der Pufferspeicher
Der Miner liefert seine Wärme gleichmäßig, das Haus nimmt sie ungleichmäßig ab. Der Pufferspeicher gleicht das aus. Üblich sind 500 bis 1.000 Liter; als Faustwert gelten 50 bis 100 Liter je Kilowatt. Je größer er ist, desto länger läuft der Miner durch, wenn gerade niemand Wärme braucht.
Wohin mit der Wärme im Sommer
Diese Frage entscheidet über die ganze Anlage. Drei Möglichkeiten:
- Rückkühler im Außenbereich, der die Wärme an die Luft abgibt. Ein Umschaltventil leitet das Wasser dorthin, sobald der Speicher voll ist.
- Sommerabnehmer wie Pool oder Warmwasser, wenn deren Bedarf groß genug ist.
- Drosseln oder Abschalten, per Firmware nach Speichertemperatur geregelt.
Regelung
Die einfachste Regel: Die Speichertemperatur bestimmt die Leistung des Miners. Ist der Speicher kalt, läuft er voll. Nähert er sich der Zieltemperatur, wird gedrosselt. Whatsminer bringen dafür ab Werk drei Leistungsstufen und ein Leistungslimit in Watt mit. Antminer regelst du mit Fremd-Firmware, die ein Leistungsziel in Watt annimmt.
Wer das baut
Den Hauskreis baut ein Heizungsbauer, den Stromanschluss ein Elektriker. Der Minerkreis ist klein, muss aber genau nach Herstellervorgabe ausgeführt werden.
Quellen
- Bitmain, technische Daten: S21 XP Hyd, S19 XP Hyd
- Bitmain: Hinweise zu Hydro-Minern, Start erst ab 20 °C
- MicroBT, Handbücher (PDF): Whatsminer M63S+, Whatsminer M64
- MicroBT: Leistungsstufen und Leistungslimit
- Pufferspeicher: Bosch, Buderus
Stand: Oktober 2026. Der Beitrag ersetzt keine Planung durch einen Fachbetrieb; maßgeblich ist das Handbuch deines Modells.