Hydro & AbwärmeHerausgeber: Cipheron
Materialien im Kühlkreislauf – warum Kupfer und Aluminium nicht zusammengehören
Die Kühlplatten eines Hydro-Miners sind aus Aluminium, Heizungsrohre meist aus Kupfer. Im selben Wasser zerstört das eine das andere. Welche Materialien in den Minerkreis dürfen und wo Kupfer bleiben kann.
Die Kühlplatten auf den Hashboards eines Hydro-Miners sind aus Aluminium. Heizungen werden üblicherweise in Kupfer verrohrt. Wer beides in einen Kreislauf hängt, baut eine Batterie.
Was passiert
Zwei verschiedene Metalle in derselben leitfähigen Flüssigkeit bilden ein galvanisches Element. Das unedlere Metall löst sich auf. Zwischen Kupfer und Aluminium ist das immer das Aluminium.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Kupfer gibt Ionen ans Wasser ab. Sie lagern sich auf dem Aluminium ab und erzeugen dort viele kleine Korrosionsstellen. Dafür müssen sich die beiden Metalle nicht einmal berühren, es genügt derselbe Wasserkreislauf.
Die Folge am Miner
Die Kanäle in den Kühlplatten sind eng. Korrosion frisst dort zuerst Lochfraß in die Wand, und die Korrosionsprodukte setzen die Kanäle zu. Der Durchfluss sinkt, die Chips werden heiß, und am Ende leckt die Platte auf das Hashboard.
Was in den Minerkreis darf
- Edelstahl: Wärmetauscher, Fittings, Pumpengehäuse
- Kunststoff: Rohre aus PE-X oder PP, mit Sauerstoffsperre
- EPDM: Schläuche und Dichtungen
- Aluminium: nur dort, wo es der Miner ohnehin mitbringt
Was draußen bleibt
- Kupfer: Rohre und gelötete Wärmetauscher
- Messing und Rotguss: viele Standardfittings, Kugelhähne und Pumpen aus dem Heizungsbau
- Verzinkter Stahl: Glykol löst die Zinkschicht ab
Der häufigste Fehler ist ein einzelnes Messingteil: ein Kugelhahn, ein Entlüfter, eine Verschraubung. Prüfe jedes Bauteil, bevor es eingebaut wird.
Wo Kupfer bleiben kann
Im Hauskreis. Ein Plattenwärmetauscher aus Edelstahl trennt die beiden Flüssigkeiten vollständig. Auf der einen Seite fließt das Kühlmittel des Miners an Aluminium, Edelstahl und Kunststoff vorbei, auf der anderen das Heizungswasser durch die vorhandenen Kupferrohre. Die bestehende Heizung muss dafür nicht umgebaut werden.
Achte beim Wärmetauscher selbst auf das Lot: Viele Plattenwärmetauscher sind kupfergelötet. Für den Minerkreis brauchst du eine geschraubte oder edelstahl- beziehungsweise nickelgelötete Ausführung.
Was Inhibitoren leisten
Ein Kühlmittel mit Korrosionsinhibitor legt eine Schutzschicht auf die Metalle. In einem Kreislauf ohne Kupfer hält das Aluminium damit dauerhaft. In einem gemischten Kreislauf verzögert der Inhibitor den Schaden nur, er verhindert ihn nicht, und er verbraucht sich dabei schneller.
Kontrolle im Betrieb
- Kühlmittel ansehen: Trübung, Flocken oder eine Verfärbung zeigen Korrosion an.
- pH-Wert messen: Verlässt er den Bereich des Herstellers, ist der Inhibitor verbraucht.
- Filter prüfen: Ablagerungen im Filter kommen aus dem Kreislauf, meist aus den Kühlplatten.
Quellen
- AMPP: galvanische Korrosion und Ablagerungskorrosion von Aluminium durch Kupfer
- Tyforop: Tyfocor L, keine verzinkten Bauteile im Glykolkreis (PDF)
- Plattenwärmetauscher: Alfa Laval, kupfergelötet, Alfa Laval AlfaNova, ganz aus Edelstahl, Kelvion, Kupfer-, Nickel- oder Edelstahllot
- Zeus Mining: Wasserkühlplatte für Antminer-Hydro-Geräte aus Aluminium
Stand: Oktober 2026. Welche Werkstoffe dein Modell verträgt, steht im Handbuch des Herstellers.