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BetriebHerausgeber: Cipheron

Stromanschluss für Miner planen – Dauerlast, 80-%-Regel und Schuko

Ein Miner zieht seine volle Leistung rund um die Uhr. Dafür ist eine Haushaltssteckdose nicht gebaut. Was Dauerlast bedeutet, warum Schuko bei 10 A endet und welcher Anschluss zu welchem Gerät passt.

Ein Wasserkocher zieht 2 kW für drei Minuten. Ein Miner zieht 3,5 kW ohne Pause, über Jahre. Dieser Unterschied heißt Dauerlast, und er bestimmt den gesamten Anschluss.

Warum Schuko nicht reicht

Eine Schuko-Steckdose ist mit 16 A beschriftet. Nach der Produktnorm DIN VDE 0620-1 ist sie aber nur für begrenzte Zeiträume mit 16 A belastbar. Die Erwärmungsprüfung dauert eine Stunde und ist kein Dauerbetrieb. Als Dauerlast gelten in der Praxis 10 A, also rund 2,3 kW bei 230 V. Aus demselben Grund empfiehlt der ADAC, das Laden von Elektroautos an der Haushaltssteckdose auf 10 A zu begrenzen.

Ein aktueller luftgekühlter Miner mit 3,5 kW zieht bei 230 V etwa 15 A. Das liegt für eine Schuko-Verbindung dauerhaft zu hoch.

Wo die Brandgefahr entsteht

Nicht im Kabel, sondern an den Kontakten. Jeder Übergang hat einen kleinen Widerstand: Steckerstift in der Federklemme, Schraubklemme in der Dose, Kontakt in der Steckdosenleiste. Unter Dauerstrom wird dieser Punkt warm. Wärme lässt die Feder ermüden, der Kontakt wird schlechter, der Widerstand steigt, die Stelle wird heißer. Am Ende schmilzt Kunststoff.

Die Sicherung löst dabei nicht aus, denn der Strom ist ja nicht zu hoch. Deshalb gehören Miner nicht an Steckdosenleisten, Kabeltrommeln oder Adapter.

Die 80-%-Regel

Sie stammt aus dem US-Elektrocode NEC: Für Lasten, die drei Stunden oder länger laufen, muss die Absicherung 125 % des Dauerstroms betragen. Umgekehrt heißt das: Ein Stromkreis wird mit Dauerlast nur zu 80 % seines Nennstroms belegt. Die deutsche DIN VDE 0100 kennt keine pauschale 80-%-Regel. Als Planungsregel ist sie trotzdem sinnvoll, weil sie Reserve für Erwärmung lässt.

  • 16-A-Kreis: 12,8 A, rund 2,9 kW einphasig
  • 32-A-Kreis: 25,6 A, rund 5,9 kW einphasig
  • 16 A dreiphasig: rund 8,8 kW
  • 32 A dreiphasig: rund 17,7 kW

Welcher Anschluss zu welchem Gerät

  • Luftgekühlt, um 3,5 kW: ein eigener Stromkreis je Gerät mit CEE-Steckdose (blau, 32 A) oder fest angeschlossener PDU. Ein 16-A-Kreis ist nach der 80-%-Regel zu knapp.
  • Hydro, 4 bis 11 kW: dreiphasig 400 V über CEE (rot). Bis etwa 8,8 kW genügen 16 A, darüber 32 A.
  • Mehrere Geräte: Unterverteilung mit einer Absicherung je Gerät und einer PDU, die für die Dauerlast ausgelegt ist.

CEE-Steckverbindungen sind für Dauerstrom gebaut, Schuko nicht.

Was der Elektriker prüfen muss

  1. Leitungsquerschnitt passend zu Absicherung, Länge und Verlegeart.
  2. Hausanschluss: Reicht die Reserve für die zusätzliche Dauerlast?
  3. Phasenverteilung: Einphasige Geräte gleichmäßig auf die drei Phasen legen.
  4. Klemmstellen: Nach einigen Wochen Betrieb nachziehen und mit einer Wärmebildkamera kontrollieren.

Kurzfassung

Kein Miner an Schuko. Jeder Stromkreis höchstens zu 80 % belegt. Feste Verbindungen oder CEE, und ein Elektriker, der weiß, dass die Last nie abschaltet.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Planung und Anschluss gehören in die Hand einer Elektrofachkraft; dieser Beitrag ersetzt sie nicht.

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