Die häufigsten Ausfälle – und wie lange Miner wirklich halten
Miner fallen meist früh aus oder laufen jahrelang. Welche Teile betroffen sind, was tägliches Ein- und Ausschalten im Solarbetrieb mit den Hashboards macht und warum das Problem der S17-Serie heute kaum noch auftritt.
Wer einen Miner kauft, will wissen, wie lange er läuft. Die kurze Antwort: sehr lange, wenn er die ersten Wochen übersteht.
Früh oder gar nicht
Fertigungsfehler zeigen sich unter Volllast schnell. Eine schlechte Lötstelle oder ein schwacher Chip fällt in den ersten Tagen bis Wochen aus. Was diese Phase übersteht, hält bei sauberer Stromversorgung und ausreichender Kühlung extrem lange. Geräte, die seit vielen Jahren durchlaufen, sind keine Ausnahme.
Für dich heißt das: Lass ein neues Gerät sofort unter Volllast laufen und beobachte es in den ersten Wochen genau. In dieser Zeit greift die Herstellergarantie.
Was ausfällt
Hashboards. Der häufigste und teuerste Fall. Die Chips eines Boards sind in Reihe geschaltet; fällt einer aus oder verliert eine Lötstelle den Kontakt, steht das ganze Board. Im Log erkennst du es an einer zu niedrigen Chipzahl oder an fehlenden Temperaturwerten.
Lüfter. Verschleißteile mit Lagern. Sie kündigen sich durch Geräusche an und sind in Minuten getauscht. Ein stehender Lüfter muss sofort ersetzt werden, weil die Boards sonst überhitzen.
Netzteile. Empfindlich gegen instabile Spannung, Staub und hohe Zulufttemperatur. Ein Tausch ist einfach, ein Schaden durch falsche Spannung aber kein Garantiefall.
Steuerplatine. Selten. Meist betrifft es den Speicher, und ein neues Aufspielen der Firmware behebt es.
Dauerbetrieb und Solarbetrieb
Bei jedem Einschalten erwärmt sich das Hashboard, bei jedem Ausschalten kühlt es ab. Chip, Lot und Platine dehnen sich dabei unterschiedlich stark aus. Jeder Zyklus belastet die Lötstellen ein wenig.
Ein Gerät im Dauerbetrieb bleibt auf einer Temperatur und erlebt diese Belastung fast nie. Ein Gerät, das mit Solarstrom nur tagsüber läuft, durchläuft sie jeden Tag einmal.
Die S17-Serie
Bei der Antminer-S17- und T17-Serie war das ein echtes Problem. Die Kühlkörper waren auf die Chips geklebt, und diese Verbindung hielt nicht. Kühlkörper fielen ab, Chips überhitzten, lose Teile verursachten Kurzschlüsse. Samson Mow von Blockstream berichtete 2020, Kunden meldeten Ausfallraten von 20 bis 30 % statt der üblichen rund 5 %. Eine unabhängige Messreihe dazu gibt es nicht.
Heute
Bei den Generationen danach treten Ausfälle durch Temperaturwechsel kaum noch auf. Täglicher Solarbetrieb ist mit aktuellen Geräten kein nennenswertes Risiko mehr. Wer die Zyklen trotzdem klein halten will, drosselt das Gerät bei wenig Sonne per Firmware, statt es ganz abzuschalten. Dann bleibt die Temperatur gleichmäßiger.
Was die Lebensdauer wirklich bestimmt
- Stabile Spannung. Schwankungen und Überspannung zerstören Netzteile und Boards.
- Saubere, trockene Zuluft. Staub dämmt die Kühlkörper, Feuchtigkeit korrodiert die Kontakte.
- Temperatur. Jedes Grad weniger am Chip verlängert das Leben der Lötstellen.
- Maßvolles Übertakten. Mehr Spannung bedeutet mehr Wärme und mehr Belastung.
Quellen
- Cointelegraph: Ausfallraten bei Antminer S17 und T17, April 2020
- Deng u. a.: Versagen von Lötstellen unter thermomechanischer Last, Materials 2026
- D-Central: thermische Ermüdung an Hashboards
Stand: Oktober 2026.