Pool wählen – FPPS, PPLNS, Solo und was die Gebühr wirklich kostet
Das Auszahlungsmodell eines Pools entscheidet, wer das Glück trägt, du oder der Pool. FPPS, PPS+, PPLNS und Solo-Mining im Vergleich, mit der Rechnung für die Chance auf einen eigenen Block.
Ein Pool sammelt die Rechenleistung vieler Miner und teilt die gefundenen Blöcke auf. Wie er teilt, legt das Auszahlungsmodell fest. Die Modelle unterscheiden sich in einer Frage: Wer trägt die Schwankung?
FPPS
Du bekommst für jede eingereichte Rechenarbeit einen festen Betrag, unabhängig davon, ob der Pool gerade Blöcke findet. Enthalten sind Blocksubvention und ein gemittelter Anteil der Transaktionsgebühren.
- Schwankung: trägt der Pool. Dein Ertrag ist täglich planbar.
- Gebühr: am höchsten, typisch 2,5 bis 4 %. Braiins Pool nennt 2,5 %, F2Pool 4 %.
PPS+
Die Blocksubvention wird fest je Rechenarbeit bezahlt wie bei FPPS. Die Transaktionsgebühren werden erst verteilt, wenn der Pool tatsächlich Blöcke findet.
- Schwankung: gering, nur beim Gebührenanteil.
- Gebühr: ähnlich wie FPPS. ViaBTC nimmt 4 % auf die Subvention und 2 % auf den Gebührenanteil.
PPLNS
Bezahlt wird nur, wenn der Pool einen Block findet. Verteilt wird nach der Rechenarbeit, die in einem Zeitfenster davor eingereicht wurde.
- Schwankung: trägst du. Ein Tag mit Pech bringt weniger, ein Tag mit Glück mehr. Über Monate gleicht es sich aus.
- Gebühr: am niedrigsten, typisch 0,5 bis 2 %. F2Pool und ViaBTC nennen 2 %, der kleine KanoPool 0,5 %.
Solo
Du rechnest allein auf einen ganzen Block. Findet dein Gerät ihn, gehört dir die gesamte Vergütung, abzüglich einer kleinen Gebühr, wenn du über einen Solo-Pool arbeitest: 2 % bei solo.ckpool.org, 0,5 % bei Braiins Solo. Sonst bekommst du nichts.
Wie oft das im Mittel passiert:
Erwartete Blöcke je Tag = 144 × eigene Hashrate ÷ Hashrate des Netzes
Ein Rechenbeispiel mit einer angenommenen Netz-Hashrate von 1.000 EH/s (Ende September 2026 lag der 30-Tage-Schnitt laut Hashrate Index bei 948 EH/s): Mit 1 PH/s, also etwa zwei aktuellen Hydro-Geräten, findest du im Mittel alle 19 Jahre einen Block. Mit 100 PH/s alle 69 Tage.
Solo lohnt sich als Geschäftsmodell erst, wenn du im Mittel mehrere Blöcke im Jahr erwarten kannst und Monate ohne Einnahme überstehst. Darunter ist es ein Los.
Was die Gebühr wirklich kostet
Die Gebühr geht vom Ertrag ab, nicht vom Gewinn. Bleiben dir nach Strom 20 % des Ertrags, kostet ein Prozentpunkt mehr Poolgebühr 5 % deines Gewinns. Je knapper deine Marge, desto mehr Gewicht hat die Gebühr.
Der Aufpreis von FPPS gegenüber PPLNS ist der Preis für die Planbarkeit. Wer Stromrechnungen monatlich zahlt und wenig Reserve hat, kauft sie zu Recht. Wer Schwankungen aushält, spart ihn.
Worauf du außerdem achtest
- Mindestauszahlung: Liegt sie hoch, wartet ein kleiner Betreiber lange auf sein Geld.
- Serverstandort: Ein Server in deiner Region senkt den Anteil verspätet eingereichter Arbeit.
- Ausweichpool: Trag immer einen zweiten Pool ein. Fällt der erste aus, rechnet der Miner sonst ins Leere.
- Transparenz: Ein Pool sollte gefundene Blöcke und seine Hashrate offen zeigen.
Kurzfassung
FPPS für planbare Einnahmen, PPLNS für die niedrigste Gebühr bei eigener Schwankung, Solo nur mit sehr viel Hashrate oder als bewusstes Los.
Quellen
- Braiins Academy: FPPS-Vergütung und Gebühren im Braiins Pool
- F2Pool: Bitcoin-Mining mit FPPS und PPLNS, Gebühren
- ViaBTC: Auszahlungsmodelle PPS+ und PPLNS, Gebühren
- KanoPool: PPLNS-Auszahlung und Gebühr
- solo.ckpool.org: Solo-Mining und Gebühr
- Braiins Academy: Solo-Mining und Gebühr
- Hashrate Index: Wochenbericht vom 28. September 2026, Netz-Hashrate
Stand: Oktober 2026. Pools ändern ihre Gebühren; prüf sie vor der Anmeldung auf der Seite des Pools. Die Rechenbeispiele sind keine Ertragszusage.