Miner mit Solarüberschuss regeln – Home Assistant und hass-miner
Mit Home Assistant und der Integration hass-miner folgt der Miner deiner Solaranlage – volle Leistung bei Überschuss, gedrosselt bei Wolken, aus bei Nacht. Was du brauchst und wie die Regel aussieht.
Solarstrom, der ins Netz geht, bringt wenig. Ein Miner kann ihn stattdessen verbrauchen, wenn er sich nach dem Überschuss richtet. Dafür braucht er eine Steuerung, die den Überschuss kennt.
Was du brauchst
- Home Assistant mit den Messwerten deiner Solaranlage: Erzeugung und Hausverbrauch oder direkt die Einspeiseleistung.
- hass-miner, eine Open-Source-Integration für Home Assistant. Du installierst sie über HACS, indem du ihr GitHub-Repository dort als benutzerdefiniertes Repository einträgst.
- Einen Miner, dessen Firmware ein Leistungslimit annimmt. hass-miner unterstützt unter anderem Antminer, Whatsminer und Avalon sowie die Firmwares Braiins OS, Vnish und LuxOS. Das Leistungslimit legt die Integration aber nur an, wenn das Gerät Autotuning meldet. Nach ihrem Quellcode sind das Braiins OS, Vnish, LuxOS und neuere Whatsminer mit Werksfirmware, nicht aber Antminer oder Avalon mit Werksfirmware.
Was hass-miner bereitstellt
- Sensoren: Hashrate, Leistungsaufnahme, Temperaturen, Lüfterdrehzahl.
- Einen Schalter: Mining an und aus.
- Einen Zahlenwert: das Leistungslimit in Watt.
- Dienste: Neustart des Geräts.
Mit Schalter und Leistungslimit lässt sich jede Regel bauen.
Die einfachste Regel: an und aus
- Überschuss länger als zehn Minuten über der Leistung des Miners: einschalten.
- Überschuss länger als zehn Minuten unter null: ausschalten.
Das funktioniert auch ohne Leistungslimit, etwa mit einem Antminer auf Werksfirmware, nutzt aber nur Stunden mit viel Sonne. Die Wartezeit verhindert, dass der Miner bei jeder Wolke schaltet.
Die bessere Regel: dem Überschuss folgen
Der Miner bekommt ein Leistungslimit, das laufend angepasst wird:
Leistungslimit = aktueller Überschuss + aktuelle Leistung des Miners − Reserve
Vier Dinge machen die Regel alltagstauglich:
- Reserve. Lass 100 bis 200 W Abstand, damit kurze Lastspitzen im Haus nicht aus dem Netz kommen.
- Untergrenze. Jede Firmware hat eine kleinste Leistung, unter der das Gerät nicht stabil rechnet. Liegt der Überschuss darunter, schaltest du ab.
- Träge regeln. Ändere das Limit höchstens alle paar Minuten und nur in Schritten. Jede Änderung lässt die Firmware neu einstellen, in dieser Zeit rechnet das Gerät weniger.
- Rangfolge. Lege fest, was zuerst Strom bekommt: Hausverbrauch, dann Batteriespeicher, dann Miner, oder der Miner vor dem Batteriespeicher. Beides ist sinnvoll, es muss nur entschieden sein.
Mit Wärmenutzung
Hängt ein Hydro-Miner an einem Pufferspeicher, kommt eine zweite Bedingung dazu: Ist der Speicher voll, wird gedrosselt, auch wenn noch Überschuss da ist. Die Speichertemperatur liest Home Assistant über einen eigenen Fühler.
Was sich rechnet
Der Miner ersetzt die Einspeisevergütung durch den Mining-Ertrag je Kilowattstunde. Liegt der Ertrag darüber, verdient jede umgeleitete Kilowattstunde die Differenz. Das Gerät muss sich aber aus weniger Betriebsstunden bezahlt machen als im Dauerbetrieb. Ein günstiges, älteres Gerät ist dafür oft die bessere Wahl als das neueste.
Grenzen
- Winter: In den Monaten mit dem größten Wärmebedarf gibt es am wenigsten Überschuss.
- Ausfall der Steuerung: Der Miner läuft mit dem letzten Limit weiter. Setz eine Automation, die ihn abschaltet, wenn die Messwerte ausbleiben.
- Garantie: Fremd-Firmware kann die Herstellergarantie beenden.
- Abhängigkeit: hass-miner baut auf der Bibliothek pyasic auf. Deren Entwickler führen sie inzwischen als veraltet und verweisen auf den Nachfolger asic-rs. Prüf vor dem Aufbau, ob die Integration dein Gerät und deine Firmware noch unterstützt.
Quellen
- hass-miner: Integration für Home Assistant, Geräte und Funktionen (GitHub)
- pyasic: unterstützte Miner und Firmware
- pyasic: Hinweis der Entwickler zur Ablösung durch asic-rs (GitHub)
- HACS: benutzerdefinierte Repositories hinzufügen
Stand: Oktober 2026. Welche Firmware das Leistungslimit annimmt, haben wir aus dem Quellcode der Integration gelesen, nicht an jedem Gerät getestet.